Schwärzer wie Alice und die Gier des Boulevard

Dies Woche ging es mal um Recht und Ordnung, was auf der einen Seite recht trocken aber doch auch teilweise recht lustig ist. So die Urteile die sich – vor allem Promis – aber nicht nur Promis erstritten haben.

Businessman in gray suit jacket Free Photo

Falsche Zitate, geklaute Bilder und die Gier des Boulevard… hier ein Auszug:

Tim Bendzko und die Liebe

Der Sänger Tim Bendzko sah in der Berichterstattung der „Bild“ über seine Liebesbeziehung sein allgemeines Persönlichkeitsrecht verletzt und klagte auf Unterlassung. Der BGH gab ihm Recht. (Henning Kaiser / dpa) oder auch hier


Michael vs. Helene

Auf www.bild.de wird in einem Artikel mit der Überschrift „Immer mehr Promis sind genervt vom Helene-Hype“ behauptet, ich (Anm. d. Red.: Michael Mittermeier) hätte mich über Helene Fischer wie folgt geäußert:
„Ich kann diese Frau nicht mehr sehen, ohne im Strahl zu kotzen.“

Hierzu stelle ich fest:
„Diese Aussage habe ich nicht getätigt.
München, den 18.11.2014
Michael Mittermeier“

Anm. d. Red.: Unabhängig vom Wahrheitsgehalt sind wir zum Abdruck dieser Gegendarstellung verpflichtet“
Quelle: http://www.bild.de/unterhaltung/leute/helene-fischer/gegendarstellung-michael-mittermeier-38769492.bild.html


Liste die sich wahrscheinlich beliebig fortsetzen lassen würde:
  • rechtswidrige Berichterstattung der „Bild“ Fall Kachelmann, 635.000 Euro, LG Köln Az. 28 O 2/14 und 28 O 7/14
  • werbliche Nutzung eines Bildnisses ohne Zustimmung (Joschka Fischer), 200.000 Euro Geldentschädigung, LG Hamburg AfP 2006, 585.
  • Fotoveröffentlichung durch die Zeitschrift „Gala“, 200.000 DM „Schmerzensgeld“ Prinzessin Caroline von Monaco, OLG Hamburg, 3 U 60/93
  • Fotoveröffentlichung durch ”Bunte“ – Prinzessin Caroline von Monaco – 180.000 DM, OLG Hamburg 7 U 138/99
  • Veröffentlichung von Paparazzi-Fotos durch die Zeitschriften ”Die Aktuelle” & ”Die Zwei”. 5 Jahre alte Tochter von Prinzessin Caroline von Monaco – 150.000 DM Entschädigung, BGH VI ZR 255/03
  • hartnäckige Veröffentlichung von Babyfotos – 150.000 DM Entschädigung , BGHZ 160, 298
  • Veröffentlichung von Nacktfotos mit ihren Kindern und Lebensgefährten an abgelegenen Strand. Hera Lind – 150.000 DM Entschädigung, LG Hamburg, 324 O 68/01
  • sexuelle Anspielungen in einer TV-Sendung. 16-jähriges Mädchen hat „Lisa Loch“, aufgrund Namens mit Pornobranche in Zusammenhang gebracht – 70.000 EUR Entschädigung, OLG Hamm, Az.: 3 U 168/03
  • Sex-Spiel der „Bild“ im Internet „Klick die Ermakova“ – 90.000 DM Entschädigung, LG München I, 9 O 11617/01
  • persönlichkeitsrechtsverletzendes Computerspiel – 90.000 DM Entschädigung, LG München NJW-RR 2002, 689
  • Bezeichnung als „Kinderschänder“ in den Medien trotz Freispruchs, 75.000 DM, LG Ansbach NJW RR 1997 978
  • Fernsehbericht über Chefarzt – 80.000 DM Entschädigung, BGH NJW 1997, 1148
  • Andichtung eines sexuellen Verhältnisses, 70.000 DM Entschädigung, Oberlandesgericht Köln Urteil vom 18.05.1999 – 15 U 4/99
  • Veröffentlichung von Privatfotos von ihr auf der Titelseite durch „Bild“. Freundin von Herbert Grönemeyer – 25.000 Euro „Schmerzensgeld“, LG Berlin13.01.200427 O 348/03
  • Veröffentlichung von Fotos einer Frau mit grobflächig verpixeltem Gesicht. Berichterstattung über Strafprozess über Mann wegen Veröffentlichung pornografischer Bilder im Internet. Frau hatte mit dem Geschehen aber nichts zu tun – 25.000 Euro Entschädigung,LG Hamburg, Urteil vom 20.10.2006 – 324 O 922/05
  • nachweislich falsche Zeitungsberichterstattung über Ermittlungsverfahren – 25.000 Euro Entschädigung, OLG Frankfurt a.M., Urteil vom 15.05.2014, Az. 16 U 179/13.
  • Caroline im Bett im Udo Jürgens“ – 20.000 Euro Entschädigung, BGH, NJW 2004, 1034
  • Puff-Politiker“, 20.000 Euro Entschädigung, BGH VI ZR 227/07.
  • Veröffentlichung eines Nacktfotos durch ”Focus”.Nina Hagen – 30.000 DM Entschädigung, LG Berlin, 27 O 533 / 00
  • Persönlichkeitsrechtsverletzung in Memoiren – 30.000 DM OLG Braunschweig, NJW 1996, 1000.
  • Teilakt auf Titelbild , OLG Hamm NJW-RR 1997, 1044 – 20.000 DM
  • Berichterstattung über Mann der wegen sexuellen Missbrauchs seiner Tochter angeklagt war letztlich aber freigesprochen wurde – 10.000 Euro Entschädigung Landgericht Hamburg Urt. v. 23.10.2009 – 324 O 120/09
  • unwahre Behauptung mit Namensnennung, 10.000 DM Entschädigung, OLG Karlsruhe NJW-RR 1996, 477
  • Vorzimmeraffäre – LG Berlin AfP 2004, 150 – 5.000 Euro
  • Beleidigung in Fernsehsendung (Satire), 5.000 Euro Entschädigung, LG Köln ZUM 2003, 325.
  • Foto eines Unfallopfers, OLG Düsseldorf AfP 2000, 574 – 8000 DM
  • ungenehmigte Bildveröffentlichung eines Kellners im Rahmen von Berichterstattung über Straßenmusiker – 2.000 Euro Schmerzensgeld, OLG Karlsruhe Urteil vom 08.04.2009 Az.: 6 U 209/07

 

 

 

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